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Achim Berthold
Achim Schlemmer und Berthold Metz vollziehen die Rückkehr des Menschlichen ins Digitale.

Berthold schrieb dazu am 01.05.2018 | #permlink

Und du untertreibst dabei noch.

Ich sage dir, was ich gestern abend und heute morgen gemacht habe:

1) ADV-Vertrag für Google ausgedruckt (zweifache Ausfertigung, jeweils 18 Seiten), ausgefüllt und in einen Umschlag gesteckt. Geht jetzt nach Irland, kommt dann ein Exemplar zurück. 18 Seiten - das ist ein Fünftel von einem dünnen Roman.

2) ADV-Vertrag mit Newsletter-Versender Mailchimp - online-Formular ausgefüllt, das Ding als PDF gespeichert. Meine Unterschrift eingefügt. An Mailchimp gemailt.

3) Meine Notizen „Was es bei der DSGVO-Umstellung für Homepagebetreiber zu beachten gilt“ aktualisiert, u.a. mit einem aktuellen iX-Artikel und einem älteren Artikel über Mailchimp. Das taucht dieser Tage hier auf, freu dich schon: >4.000 Wörter / 28.000 Zeichen. Damit bin ich bei über 10% eines 200-seitigen Romans.

4) Mir Todos gemacht, für welche Webseiten ich was bis wann wie ändern muss.

5) Einige Mails konsumiert/gelöscht/archiviert/auf Wiedervorlage gesetzt, die das Thema zum Gegenstand haben. Zum Beispiel heute morgen, 11:42, ebay, Betreff: "Wir aktualisieren unsere Datenschutzerklärung“ - wen’s interessiert: http://pages.ebay.de...

6) Diese Mail hier geschrieben.

Das war, wohl gemerkt, nur meine Tätigkeit der letzten 12 Stunden. Mir steht noch Generierung von Datenschutzerklärungen, Pimping von Newsletter-Formularen und vieles mehr ins Haus.

Angesichts des Umfangs der ganzen Angelegenheit ist das eine riesige Zeitverschwendung, und ich habe mich wirklich schon gefragt, wer das warum erfunden hat. Die Intention ist ja klar und gut, aber die Umsetzung derartig absurd, dass mit der Verdacht kommt, dass irgendwelche dunklen Machenschaften dahinter stecken.

Achim schrieb dazu am 01.05.2018 | #permlink

Mir wird Angst und Bange, wenn ich deine Ausführungen lese. Ich vermute, ich habe das Thema bisher weitgehend erfolgreich ignoriert, aber immerhin meine Kunden frühzeitig darauf vorbereitet.

Berthold schrieb dazu am 01.05.2018 | #permlink

> Mir wird Angst und Bange, wenn ich deine Ausführungen lese.

Meine Prognose: Die Abmahnindustrie wird mega abfahren. Ich meine, du musst ja nur an einen beliebigen Webmaster eine Mail schreiben, dass du gerne Auskunft darüber hättest, was für Daten er von dir hat - wenn er dich ignoriert oder dich nicht ordentlich bedient, kannst du ihn wegen Verstoß gegen die DSGVO belangen.

Wenn du die Auskunft kriegst, „wir speichern Ihre IP-Adresse in den Logfiles“, dann bittest du ihn, dir die vorhandenen Daten zukommen zu lassen. Der durchschnittlich normale Webmaster wird einen Teufel tun und seine Logfiles nach IP-Adressen durchforsten und das rauskopieren und so - dann kannst du ihn wieder belagen, weil du Beweismaterial dafür hast, dass du am 23.03.2018 mit der IP-Adresse xyz bei ihm unterwegs warst.

Und falls er dir doch Auskunft gibt, die rechtssicher ist (was ich beim durchschnittlichen Webmaster für fast ausgeschlossen halte, dass er das überhaupt juristisch KANN), dann bittest du ihn, unter Hinweis auf den Paragraphen zum Vergessenwerden, deine Daten zu löschen und dir entsprechende Nachweise zukommen zu lassen. Ob solche Nachweise nun juristisch verbindlich sind oder nicht - spätestens dann wird er dir a) nicht antworten oder b) dir schreiben, dass du ihn am Arsch lecken kannst, er habe einfach nur seine Katzenbilder ins Web gestellt, dass die Leute was zu lachen haben, und wie gesagt, du könntest ihn jetzt am Arsch lecken. Sowohl bei a) als auch bei b) wird es ihm ein Vergnügen sein, dich abzumahnen.

Ach ja - das alles setzt natürlich voraus, dass deine Datenschutzerklärung, deine Formulare, deine Kommentarfunktion usw. usf. rechtssicher sind. Sonst spart er sich den Aufwand und mahnt dich gleich ab.
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